Alexis Agrafiotis, Studienleiter und Kapellmeister

Alexis Agrafiotis ist 1970 in Salzburg als Sohn des Dirigenten Dimitris Agrafiotis geboren. In Athen studierte er Klavier bei Dora Bakopoulou an der Akademie "Athenaeuem" und schloss mit dem Diplom ab. In Wien setzte er seine Studien an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst fort - in den Fächern Orchesterdirigieren bei Prof. Uros Lajovic und Komposition bei Prof. Erich Urbanner - und schloss jeweils mit den Diplomen "magister artium" ab. Er nahm an Dirigierkursen mit Gunther Schuller (USA), Roland Seiffarth (Leipzig) und Peter Eötvös (Edenkoben) teil.

Erste Festengagement führten ihn als Solorepetitor und Dirigent an das Theater Görlitz (1996/1997), an das Theater Lübeck (1997 bis 2002) und an die Zeitgenössische Oper Berlin (2002 bis 2004) bevor er 2006 als Chefdirigent des Symphonieorchesters der Stadt Volos nach Griechenland ging. Im Anschluss daran arbeitete er zunächst gastweise am Stadttheater Bern 2007/2008, wo er unter anderem Alban Bergs Wozzeck und Christian Josts Vipern einstudierte, und wechselte dann an das Theater Bielefeld (2008 bis 2011). Außerdem unterrichtete er als Lehrbeauftragter an den Musikhochschulen in Weimar und Bremen (2004 bis 2006 und 2008 bis 2011).

Alexis Agrafiotis hat mit folgenden Orchestern zusammengearbeitet: Tonkünstlerorchester Wien, Karlsbad Sinfonieorchester (Tschechei), Philharmonie Györ (Ungarn), Preußisches Kammerorchester Prenzlau, Philharmonische Orchester der Städte Ulm und Lübeck. In Griechenland ist er gern gesehener Gast folgender Orchester: Staatsorchester und Stadtorchester Thessaloniki, Staatsorchester und Rundfunkorchester Athen. An der Nationaloper Athen ist er aufgetreten als Dirigent der Produktionen von Puccinis Madama Butterfly und Rossinis Il barbiere die Siviglia (Direktion und Hammerklavier).

Ein besonderes Anliegen ist ihm das Zeitgenössische Musikschaffen. Neben verschiedenen Produktionen am Theater Lübeck und der Zeitgenössischen Oper Berlin, hat er als Gast verschiedene Ensembles Neuer Musik dirigiert. Zudem ist er als Komponist tätig. Er hat Orchestermusik (2 Klavierkonzerte, Sinfonie in einem Satz), Kammermusik (Streichquartett, Trios, zahlreiche Liederzyklen für Gesang mit Klavierbegleitung), Schauspielmusik und weltliche sowie geistliche Chormusik geschrieben.

In Würzburg hat er 2012 in einem Kammerkonzert im Rahmen des 100. Geburtstages von John Cage, Werke von ihm, Kunsu Shim und Gerhard Stäbler aufgeführt. Parallel dazu hat er in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Würzburg unter der Regie von Hermann Schneider Europera 4 auf die Bühne gebracht.

Seit der Spielzeit 2011/2012 ist Alexis Agrafiotis Studienleiter und Kapellmeister am Mainfranken Theater. Hier hatte er die Musikalische Leitung von Reinhard Febels Morde in Bildern und Anno Schreiers Wunderland (UA). Er dirigierte Die lustige Witwe, Der Wildschütz, Die Fledermaus, Orfeo, Das Lustschloss, Don Giovanni, Der Zigeunerbaron, The Rake' s Progress und Fidelio nach. Bei den Ballettproduktionen Sommernachtstraum von Youri Vàmos und Cyrano de Bergerac von Anna Vita stand er ebenfalls am Pult des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Zudem ist er verantwortlich für die Reihe "Oper am Klavier" wo alljährlich vier selten gespielte Musiktheaterwerke präsentiert werden. Dort wurden unter anderem Cagnonis Re Lear, Strauss' Der Lustige Krieg, Brittens Death in Venice Thomas' Mignon und Puccinis Le villi unter seiner Leitung aufgeführt. Auch für die Schauspielproduktionen Para Dox, der Zahlenzücker von Paula Fünfeck und Die Jünger Jesu von Frank Leonhard komponierte er die Musik.

Parallel zu seiner Tätigkeit am Theater hat er einen Lehrauftrag an der Opernschule der Hochschule für Musik Würzburg inne.