Sopran: Silke Evers
Tenor: Thomas Mohr
Alt: Marzia Marzo
Bass: Igor Tsarkov
Dirigent: Enrico Calesso
Chor: Anton Tremmel
Dramaturgie: Beate Kröhnert

Philharmonisches Orchester Würzburg
Chor und Extrachor des Mainfranken Theaters Würzburg


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2. Sinfoniekonzert
Missa solemnis von Beethoven

BEETHOVEN Missa solemnis


Die Umwälzungen der Französischen Revolution und der Befreiungskriege hatten das aufklärerische Menschenbild des beginnenden 19. Jahrhunderts ins Wanken gebracht. Wo war die idealistische Emphase? Wohin hatte der „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ tatsächlich geführt? Ebenso brüchig und bedruckend wie die gesellschaftliche Situation dieser Jahre waren auch Ludwig van Beethovens persönliche Lebensumstände. Als er 1819 mit der Arbeit an der Missa solemnis begann, war er nahezu taub. Während Beethoven in der neunten Sinfonie ein musikalisches Weltbild entwirft, das die Vereinigung der Menschen als Gemeinschaft proklamiert, stellt er in seiner Missa solemnis den Glauben des Einzelnen ins Zentrum. Die inhärente Bedingung für ein menschenwürdiges Dasein in dieser gebrechlichen, bedrohten Welt ist der Glauben. Die kompositorische Auseinandersetzung mit den christlichen Werten in diesem Spatwerk sprengt in seiner konzeptionellen Anlage einerseits den üblichen Rahmen einer gottesdienstbegleitenden Musik. Andererseits bedenkt Beethoven das Ensemble aus vier Gesangssolisten, Chor und großem Orchester mit zahlreichen Passagen von berührender Intimität.